Peace (2026)
Die Choreografische Arbeit orientiert sich an der Idee, dass der Mensch in sich einen ursprünglichen Zustand von Frieden und Harmonie mit der Natur und den Mitmenschen trägt. Diese grundlegende, dem Individuum innewohnende Qualität kann jedoch durch äußere Faktoren gestört oder verändert werden, die Spannung, Trennung und Konflikte erzeugen.
Wie reagiert ein Individuum, das gezwungen ist, seinen natürlichen Zustand der Harmonie gegen einen Zustand des Konflikts einzutauschen? Welche psychologischen Mechanismen werden aktiviert, wenn man von heute auf morgen in einen Krieg katapultiert wird, der bisher unvorstellbar und unerwartet war?
Wie kann der Mensch in einer Gesellschaft, in der die Interessen weniger die Geografien, sozialen Gleichgewichte und selbst lange als unantastbar geltende politische Strukturen wie Demokratien verändern, wieder einen ursprünglichen Zustand des Friedens erreichen?
Eine mögliche Antwort bietet das Denken von Aldo Capitini.
Aldo Capitini (1899–1968) war ein italienischer Philosoph, Pädagoge und einer der wichtigsten Vertreter der Gewaltfreiheit in Europa.
Er wurde in Perugia geboren und stellte sich früh gegen den Faschismus unter Benito Mussolini. Aufgrund seiner Überzeugungen verlor er seine akademische Stellung und wurde politisch verfolgt. Capitini entwickelte eine eigene Form der spirituellen und politischen Gewaltfreiheit, inspiriert unter anderem von Mahatma Gandhi. Für ihn bedeutete Gewaltfreiheit nicht nur den Verzicht auf Gewalt, sondern auch aktives Engagement für Gerechtigkeit, Dialog und Demokratie.
Das Tanztheaterstück, das aus diesen Ideen resultiert, orientiert sich an seinen Gedanken und seiner Theorie der Gewaltfreiheit als aktive Transformationspraxis. Gewaltlosigkeit wird so zu einer Geste, zu Präsenz und zu gelebter Körperpraxis: eine ethische und bewusste Bewegung, die im Körper und zwischen den Körpern die Möglichkeit einer gerechteren, offenen und inklusiven Gesellschaft vorstellt.
Ein körperbasierter Protest gegen die Ungerechtigkeiten unserer Zeit, der nicht auf Konfrontation setzt, sondern auf Sensibilisierung, Resonanz und die Schaffung neuer Formen des Miteinanders.
Konzept/Regie: Eloisa Mirabassi
Tanz/Choreografie: Claudia Micheli, Eloisa Mirabassi
Visuals: Andrea Fancelli
Produktion: Dintje Dance in Zusammenarbeit mit Microteatro Terra Marique mit Unterstützung von CURA Centro Umbro Residenze artistiche.
Premiere war am 10.04.2026 in Magione, Perugia
Fotos: Michelangelo Marra
Mater (2024)
Ist Muttersein weiblich? Und überhaupt: Was bedeutet „Muttersein“? Ist nicht in jedem Menschen auch eine mütterliche Seite verborgen? Alleinerziehende Elternteile oder homosexuelle Familien, die Kids großziehen, auch Adoptivfamilien kennen das Thema. Aber wir spüren auch selbst im Umgang mit Freund*innen, Familienmitgliedern und in verschiedenen Familienkonstellationen, dass die klassische Rollenverteilung zu kurz greift. Wer Mutter ist, spürt von Beginn an den gesellschaftlichen Druck, der mit dieser Rolle einhergeht.
In unserer Gesellschaft, in der Geschlechterrollen immer fluider werden, wird es Zeit für eine Neuinterpretation, für verschiedene Modelle von Mutter-sein und Mütterlichkeit.
Wir möchten mit Klischees spielen, eine Debatte durch den Körper sichtbar machen und Visionen entwerfen: für das zukünftige Muttersein.
Das Stück ist im Rahmen des Tanztheater-Projektes für Menschen zwischen 25 und 75 Jahren am Ringlokschuppen Ruhr entstanden. Das Projekt stand allen Personen offen, ohne Einschränkung in Bezug auf Alter, Praxis oder technisches Können. Premiere war am 23.03.2024 im Ringlokschuppen Ruhr.
Konzept/Choreografie: Eloisa Mirabassi
Assistenz: Merle Pätsch
Technische Leitung: Mika Hestermann
Produktion: Ringlokschuppen Ruhr
Von und mit: Kerstin Aigner, Beatrice Beitz, Fernanda Doniz, Ursula Düme, Andrea Klötgen, Merle Pätsch, Margret Reuter, Oliver Riemann, Wibke Schroer, Monika Storp, Anke Troschke, Elke Ungerer, Claudia Vogel, Gabi Volpp, Sascha Wittig
Fotos: Bjorn Stork
SoundMotion / SoundMotionKunst (2023/2025)
SoundMotion ist der Titel einer Serie von Konzerten bzw. Performances, in denen Musik und Tanz in einen einzigartigen Dialog treten.
Im Kern steht die Begegnung zweier „Instrumente“: des Musikinstruments und des Körperinstruments. Der Körper wird hierbei als gleichwertiges Instrument verstanden. Tanz hat die großartige Fähigkeit, Musik nicht nur sichtbar zu machen, sondern auch die Emotionen der Musik durch Bewegung zu verkörpern.
SoundMotionKunst verbindet Tanz, Musik und Bildende Kunst zu einem sinnlichen Dialog. Kunstwerke und Räume beeinflussen subtil Bewegungen und Klänge, wodurch eine immersive Atmosphäre entsteht. Der Tanz spiegelt Formen und Strukturen der Kunst, während die Musik diese Eindrücke verstärkt oder kontrastiert. So entsteht ein intensives Zusammenspiel, das den Zuschauer einlädt, Kunst auf neue, vielschichtige Weise zu erleben.
Vergangene und kommende Veranstaltungen:
- SoundMotionKunst – 1. Dezember 2023, Kunsthaus Essen: Genevieve O’Driscoll (Kontrabass) & Eloisa Mirabassi (Tanz)
- SoundMotion #1 – 20. April 2024, Eunoia Space, Mülheim an der Ruhr: Béla Bluche (Kontrabass) & Eloisa Mirabassi (Tanz)
- SoundMotionKunst – 16. November 2024, Kunsthaus Essen: Jakob Jentgens (Saxophon) & Eloisa Mirabassi (Tanz)
- SoundMotion #2 – 23. November 2024, Eunoia Space, Mülheim an der Ruhr: Entretemps (Jakob Jentgens am Saxophon, Béla Bluche am Kontrabass) & Djamila Polo (Tanz)
- SoundMotion #3 – 11. Februar 2025, Das Anna, Essen: Béla Bluche (Kontrabass) & Gloria Carobini (Tanz)
- SoundMotion #4, 27.03. 2025, Das Anna, Essen: Eloisa Mirabassi: (Tanz) & Simon Camatta (Schalgzeug).
- SoundMotion #5 (Fête de la Musique Edition) 21.06.2025, Erlöserkirche, Essen. Eloisa Mirabassi (Tanz) & Matthias Geuting (Orgel)
- SoundMotion #5 23.06.2025, Evangelische Kirche Werden, Essen: Eloisa Mirabassi (Tanz) & Matthias Geuting (Orgel)
- SoundMotion #6 17.07.2025, Der schöne Hermann, Essen: Eloisa Mirabassi (Tanz) & Este Kirchhoff (Sound)
- SoundMotion #7 18.01.2026, Das Anna, Essen: Eloisa Mirabassi (Tanz) & Este Kirchhoff (Sound)
- SoundMotion #8 14.03.2026, Der Schöne Hermann, Essen: Eloisa Mirabassi (Tanz) & Simon Camatta (Schlagzeug)
Fotos: Stephan von Knobloch
RAUM 107 – Klang und Körper in Dialog (2023)
Choreografie & Regie: Eloisa Mirabassi
Tanz & Choreografie: Antonia Koluiartseva
Musik-Komposition/ Violine: Yoshino
Produktion: Dintje Dance
Raum 107 ist der Übungsraum, in dem Musik und Tanz aufeinandertreffen und miteinander verschmelzen. Die Klänge der Violine entfalten eine unwiderstehliche Anziehungskraft, die die Tänzerin in einen zeitlosen Raum entführt. Ein geschlossener Raum, der zugleich eine neue Welt eröffnet – die Welt der Klänge. Durch eine kathartische Befreiung von Körper und Geist suchen wir den Ursprung des Tanzes: von traditionellen Volkstänzen bis hin zu Techno-Rhythmen. Musik und Tanz sowie Körper und Instrument verschmelzen zu einer harmonischen Einheit. Die Premiere fand am 7. Oktober 2023 im Rahmen des Essenziale Festivals (Essen, Szene 10) statt.
Fotos: Nathan Ishar
Potere (2023)
Welche Erfahrungen haben Menschen, die in der Nachkriegszeit bis in den 70er Jahren geboren sind, mit dem Thema Machtmissbrauch? Welche Erfahrungen machen jüngere Menschen mit dem Thema Macht? Sind Menschen, die vor Krieg flüchten, Opfer von Machtmissbrauch, im wahrsten Sinne des Wortes? In der Nachkriegszeit regierten klare hierarchische Strukturen – Familiensysteme, Staatengemeinschaften, Unternehmen, Ausbildungseinrichtungen, religiöse Institutionen. Wie hierarchisch ist die heutige Gesellschaft noch aufgebaut?
Um diese und andere Fragen zu beantworten, ist der Austausch zwischen den Generationen gefragt. Persönliche Erfahrungen der Teilnehmer*innen werden in Tanz und Bewegungssprache oder kleine Texte übersetzt. Ein ehrliches und intensives Stück ist entstanden, das zum Nachdenken anregt.
Von und mit: Beatrice Beitz, Ursula Düme, Andrea Klötgen, Margret Reuter, Wibke Schroer, Marion Schuchardt, Eva Storms, Monika Storp, Kerstin Trieke, Elke Ungerer, Claudia Vogel, Sascha Wittig.
Idee/Konzept/Choreografie: Eloisa Mirabassi
Assistenz: Merle Pätsch
Produktion: Ringlokschuppen Ruhr
Fotos: Bjorn Stork
Tanz & Jazz Trombone – Tanz & Musik Performance mit Eloisa Mirabassi und Moritz Anthes (2019)
Ein improvisierter Dialog zwischen Tanz und Jazz Musik. Premiere im Maschinenhaus Essen im Juni 2019. Es folgten verschiedene Auftritte in Museen und Theatern im Ruhrgebiet.
Fotos: André Symann
Elévame – Musikvideo für „A solas sin mi„
Choreografie: Eloisa Mirabassi
Tanz: Merle Pätsch und Marion Schuchardt
Celebration2063 – Ein Futuristisches Solo (2018)
Choreografie und Tanz: Eloisa Mirabassi
Videoinstallation: Alberto Brizioli
Produktion: Dintje Dance
In ihrem Solo sucht die Choreografin Antworten auf spirituelle und wissenschaftliche Fragen.
„Was ist Bewusstsein?“ „Können Gedanken sich grundsätzlich von Materie unterscheiden?“ „Und woraus besteht eigentlich der Geist, aus Materie oder aus ‚Nichts‘?“ „Sind Gedanken in unserer Welt, realer und wirkungsvoller als sie uns erscheinen?“ Premiere im 2018 in Herne (Flottmannhalle).
Fotos: André Symann



























































